Die Patientin entband vor einer Woche ihr 3. Kind. Währen des letzten Schwangerschaftsmonats trat die Ureteritis (=Harnleiterentzündung) bereits auf, wurde von ihrem Hausarzt durch Amoxicillin und einem Sepiapräparat behandelt. Die Mutter klagt jetzt erneut und verzweifelt über starkes Brennen in der Harnröhre beim Wasserlassen, v.a. am Ende des Urinierens. Sie bleibt am liebsten auf der Toilette sitzen, da ständiger Urindrang besteht. Erleichterung erfährt sie durch Pressen von außen gegen die Scheide und Wärmeanwendung auf dem Unterbauch. Sie schwitzt (auch generell) und friert, trinkt viel Salbeitee. Wegen der Schmerzen ist sie sichtlich genervt, will zu Hause alles schnell und selbst erledigen.

Ausarbeitung

  • Harnröhre, Schmerz, brennend, beim urinieren
  • Blase, Urinieren, Dysurie (=Störung der Harnentleerung), schmerzhaft
  • Blase, Harndrang, häufig
  • Blase, Schmerz, beim Urinieren, nachdem wenige Tropfen abgehen
  • Harnröhre, Jucken
  • Allgemeines, Wärme, amel.(=Besserung)
  • Allgemeines, Druck, amel.(=Besserung)
  • Gemüt, Reizbarkeit, Gereiztheit, bei den Schmerzen

Verordnung

Nach Auswertung zeigt sich Cantharis, die sog. Spanische Fliege, als prominent. Sie nimmt Cantharis C 30.

Mittelreaktion

Rückruf am nächsten Tag: Die Reizbarkeit ist wesentlich gemildert. Das Brennen war um 50% weniger, bis abends verschwand es ganz. Frau Nicole G. wiederholte nach zwei Wochen Cantharis in der C 200 wegen erneutem leichten Brennen der Urethra.