09.15 Uhr - Anruf einer Frau, 38 Jahre, Mutter zweier Kinder. Sie klagt über Gliederschmerzen, welche seit zwei Tagen anhalten. Ihre Temperatur ist 39.3 Grad Celsius, am Vortag sogar 40 Grad. Sie friert sehr stark. Dazu gesellen sich noch Kopfschmerzen, welche vom Nacken ausgehend bis zur Mitte des Hinterkopfs ziehen. Ihr Husten ist bellend, ohne Auswurf, erleichtert durch auf der Seite Liegen. Der Ausfluss des Schnupfens ist glasig. Sie hat viel Durst auf kaltes Wasser. Nachts schwitzt sie stark, dieses erleichtert sie aber angenehm. Ihre psychisch-mentale Situation beschreibt die Patientin als gestresst. Die Woche davor waren ihre beiden Kinder krank. Ein Arzt beschrieb die Kinder außerdem als latent hyperaktiv, eine Diagnose, die der Mutter wie ein Schock unter die Haut ging. Dazu kommen noch Sorgen und Termindruck im eigenen Beruf. Sie ist nervös und reizbar.

Ausarbeitung

Folgende Rubriken führen zu dem verordneten Mittel:
- Gemüt, Reizbarkeit
- Kopf, Schmerz, Hinterkopf, erstreckt sich nach oben
- Extremitäten, Schmerzen, im FieberAllgemeines, Influenza

Verordnung

09.45 Uhr - Das Gesamtbild der Symptome auf körperlicher und psychischer Ebene ergibt nach kurzer Repertorisation einen klaren Hinweis auf Gelsemium (= Gelsemium sempervirens, wilder gelber Jasmin). Drei Globuli Gelsemium C30, aufgelöst in ein Glas Wasser und über ca. 20 Minuten schluckweise getrunken.

Mittelreaktion

08.45 Uhr - Rückruf:  Die Patientin schlief die meiste Zeit. Der Kopfschmerz ist verschwunden, der Husten löst sich, Appetit kommt. Die erleichternden Schweiße halten an. Subjektiv fühlt sie sich wesentlich besser, entspannter, weniger reizbar. Gelsemium wirkte weiter, keine weitere Verschreibung mehr, kein Rückruf.