Die  Vithoulkas-Methode

George Vithoulkas wurde 1932 in Athen geboren. Der studierte Ingenieur litt jahrelang an unerträglichen Rückenschmerzen bis er die Homöopathie kennenlernte, die ihn von seinem Leiden erlöste. Er hat unzählige Homöopathen ausgebildet, Kongresse und Seminare abgehalten. 1970 gründete er in Athen das "Center of Homeopathic Medicine" und erhielt 1996 den "Alternativen Nobelpreis" .

Vithoulkas Theorie  beginnt mit einem Zylinder: der äußere Zylinder stellt die körperliche Ebene dar, die die  emotionale  umschließt, die wiederum die geistige Ebene umhüllt. Diese letzte Schicht ist die am meisten zu schützende. Deshalb wird sie von der emotionalen und der körperlichen Ebene umhüllt. Eine Schizophrenie ist z.B. viel dramatischer als Kopfschmerzen oder Zorn. Hier ist das Prinzip "von innen nach außen" anwendbar. Wenn der Patient mit einer Depression und Kopfschmerzen kommt, sollte zunächst die Depression besser werden und die Kopfschmerzen sich verschlimmern.
Dabei kann man beobachten, dass die nicht mehr vorhandene schwerere Erkrankung ( z.B. Depression ) ersetzt wird durch ein Symptom, welches sich im Zylinder auf der gleichen Ebene befindet.

In diesem Zusammenhang definiert er "Gesundheit" folgendermaßen:
Freiheit auf der körperlichen Ebene =  frei von Schmerzen
Freiheit auf der emotionalen Ebene = befreite Leidenschaft
Freiheit auf mentaler Ebene = gesunder Egoismus mit dem Ziel sich mit dem kosmischen Bewusstsein zu verbinden.  Dieser Zustand ist in seiner Absolutheit nicht zu erreichen, aber das Bestreben des Menschen sollte sein, sich diesem Zustand anzunähern.
So betrachtet,  kann man die Wirkung des Similimums auch an dem dazugewonnen Grad von Freiheit erkennen und einschätzen.

Vithoulkas sammelt für seine Analyse alle Symptome des Patienten, die dieser auf der körperlichen, der seelischen und der geistigen Ebene hervorbringt. Er geht davon aus, dass die Lebenskraft des Menschen sich dadurch äußert, dass akute und körperliche Beschwerden auftreten. Im Gegensatz dazu werden vorbelastete Menschen eher emotionale und geistige Symptome hervorbringen.

Vithoulkas Modell besagt, dass für die Heilung des Patienten mehrere homöopathische Mittel notwendig sind, wobei die Symptome chronologisch abgearbeitet werden sollten. Die zuletzt erscheinenden Beschwerden müssen zuerst behandelt werden. Deshalb kann man beim Patienten Symptome von verschiedenen homöopathischen Mitteln erkennen.
Er hat dazu ein Schichtenmodell entworfen, wo er den Patienten in eine von vier Gruppen einteilt von relativ gesunden bis schweren chronischen Fällen. Innerhalb dieser vier Gruppen gibt es wiederum jeweils drei Unterteilungen. Das Ziel ist, den Patienten mit jedem Mittel auf die nächst höhere Ebene zu bringen.

Ein weiterer Meilenstein in der homöopathischen Arbeit von George Vithoulkas ist die Erforschung und Beschreibung von homöopathischen Arzneimittelbildern durch eine "Essenz". Das heißt zum besseren Verständnis und zum leichteren Einprägen eines Arzneimittels wird ein Satz oder Oberbegriff formuliert, z.B. die Essenz von Sepia ist "Stase". Viele Symptome und Zustände dieses Arzneimittels können unter diesem Oberbegriff zusammengefasst werden.