Onychoteuthis banksii

Onychoteuthis banksii  – der Krallenkalmar

Onychoteuthis banksii ist ein relativ unbekanntes homöopathisches Arzneimittel, das vom inzwischen leider verstorbenen Kollegen, Gerhard Ruster, im Jahr 1999 in der C30-Potenz geprüft wurde. Man verwendete zur Herstellung der Arznei das ganze Tier – bei Sepia hingegen nur der getrocknete Inhalt des Tintenfischbeutels.

Krallenkalmare sind eine kosmopolitische, freilebende Hochseeform, häufig in Oberflächenschichten zu finden, selten in Küstennähe. Sie jagen in Schwärmen den Fischen nach, die sie sich mit den bis zu 5 mm großen Haken ergreifen.

Im homöopathischen Kontext wird Onychotheuthis als die „unbekannte Schwester der Sepia“ bezeichnet. Zum Vergleich finden Sie das Arzneimittelbild von Sepia, der potenzierten Tinte des Tintenfisches, unter nachfolgendem Link:  https://www.homoeopathischer-notdienst.de/2009/07/29/sepia/

Allgemeines und Körperliches aus der Tintenfischfamilie:

  • Allgemein: Drang nach OBEN, in höhere (gesellschaftliche) Schichten
  • Reizbar und genervt durch die eigenen Kinder (allgemein Tintenfische)
  • Sehnenbeschwerden, insbesondere der Sehnenansätze, Tennisellbogen
  • Kniebeschwerden, insbesondere beim Treppensteigen oder Knien
  • Leeregefühl im Magen
  • Stockschnupfen mit Kopfschmerzen und Ohrgeräuschen
  • Halsbeschwerden morgens beim Erwachen
  • Körperliche Anstrengung bessert

Folgen von:

  • Beschwerden nach Entbindung
  • Hormonumstellung
  • Hormonelle Behandlungen (Pille, Hormonspirale, 3-Monats-Spritze mit daraus resultierender Unterdrückung der Menses)
  • Zorn, Ärger, Verdruss
  • Sexuellen Ausschweifungen (Sepia)
  • Überheben (Dyspepsie, Lumbago)
  • Nasswerden
  • Alkohol

 

 

Vergleichende Themen der Tintenfische (Gerhard Ruster):

  • Schlüsselbegriff bei Sepia: Tiefes, schwarzes Loch, Die Sepia spürt einen starken Sog nach Unten und hat viele körperliche Empfindungen von Abwärtsdrängen; sie möchte ans Licht aus dem tiefen, dunklen Loch heraus
  • Schlüsselbegriff des Kalmars: Er sucht den geraden Weg nach oben, überwindet dabei selbst größte Hindernisse, strebt Revolution an.
  • Schlüsselbegriff des Nautilus: Instandsetzung, er möchte seine adlige oder gehobene Position wieder einnehmen
  • Schlüsselbegriff des kleinen Kraken (Eledone): Vornehme Dame, er lässt sich mit dem Fahrstuhl, der Rolltreppe oder der Schwebebahn nach oben befördern, er ist angewiesen auf Unterstützung

Ebenso wie bei Sepia, haben die Betroffenen, die Onychoteuthis benötigen, Sorge und Angst um die Kinder. Sie haben Angst oder Träume, die Kinder könnten verloren gehen. Sie kommen durch ihre Lebensumstände schnell an ihre Grenzen. Bisweilen fühlen Sie sich wie in einer „Zwangsjacke“, oder wie „eingesperrt“; sie werden von vielen Sachen erdrückt und möchten mehr Freiraum für sich. Der andauernd empfundene Stress bringt sie ständig an ihr Limit. Es entsteht ein Gefühl von Manipulation und der willenlosen Aussetzung zur Zerstörung (z.B. Situation im Krankenhaus bei der Entbindung).

>>> Wahnidee – eingesperrt werden, er solle

>>> Wahnidee – Einfluss – er stehe unter einem mächtigen

Die Betroffenen leiden unter einer starken Belastung nach der Entbindung oder im Wochenbett bei gleichzeitiger Erschöpfung. Während sich Sepia in der Depression zurückzieht und ihre Ruhe haben will – bei Gefahr stößt der Tintenfisch Tinte aus und er kann ungesehen fliehen – agiert Onychoteuthis einfach weiter, bis hin zum totalen Zusammenbruch.

Es sind die besonderen Themen der heutigen Zeit, die bei diesen Arzneien sichtbar werden. Mehr denn je sind Frauen mit kleinen Kindern doppelt oder dreifach belastet. Nicht selten sind sie voll berufstätig, versorgen die Kinder und schmeißen noch dazu den kompletten Haushalt – mehr oder weniger durch die Unterstützung des Partners. Dies gehört gesellschaftlich wohl inzwischen zur Normalität, jeder resigniert, keiner beschwert sich.

Weitere interessante Themen von Onychoteuthis die bei der Arzneimittelprüfung sichtbar wurden:

  • Träume – Gefahr + Dunkelheit, in der
  • Träume – fremdbestimmt
  • Träume – übersehen – nicht gesehen werden von Autos in der Dunkelheit
  • Träume Umzug
  • Furcht vor Unfällen
  • Furcht – fallen, zu stürzen, beim Herabsteigen einer Treppe
  • Furcht vor Messern, Operationen, „unters Messer kommen“
  • Zorn, wirft mit Gegenständen
  • Allgemeines: Wunden, Schnittwunden
  • Aufrichtigkeit und Besserung durch Aufrichten
  • Beschwerden durch Verachtung oder Entwürdigung durch das andere Geschlecht (siehe Sepia)
  • Verlust des Willens – sie machen wie narkotisiert einfach weiter
  • Hellsehen – von versteckten Motiven anderer
  • Verhältnis Mann-Frau ist gestört: Vergewaltigung/Mißbrauch (onych + sep), Verachtung und Gewalt gegen das andere Geschlecht (onych)
  • Widerstand, Besserung durch sich widersetzen
  • Heftig, vehement, reizbar – führt zu Raserei oder Gewalttätigkeiten
  • Euphorie und Hochgefühl durch schnelles Fahren (Fahrrad)
  • Wahnidee, der Körper würde fett und hässlich aussehen
  • Gemüt: Resignation

Klinisch zeigte sich unter der Arzneimittelprüfung:

  • Augen: Sehen wie durch eine milchige Schicht
  • Tennisellenbogen (wie bei Sepia sind die Beschwerden an den Ansatzstellen der Sehnen)
  • Extremitäten, Schmerz, Knie (vergl. Sepia)
  • Langanhaltende Erschöpfung nach Entbindung – oder auch Hormonumstellung
  • Libidoverlust
  • Akute Schilddrüsenentzündung, speziell nach Entbindung
  • Magenschmerzen mit dem Verlangen nach scharf gewürzten Speisen
  • Verlangen nach schneller Bewegung
  • Modalitäten: Schmerzen, z.B. am Schwertfortsatz, die durch gerades Aufrichten oder durch Beugen nach hinten oder Überstrecken gebessert werden; schnelle Bewegung bessert

Schlagworte: hormonelle Veränderungen, Hormonstörung, Libidoverlust, PMS, Menopause, Menstruation, Entbindung, Wochenbett

Weitere Tintenfischarzneien, bzw. Arzneimittelprüfungen (Gerhard Ruster):

  • Eledone – Der kleine Krake
  • Nautilus – Perlboot (Kopffüßer)
  • Oktopus vulgaris – der gemeine Krake

 

 

Quellen: