Haliaeetus leucocephalus

Weißkopfseeadler

Der Weißkopfseeadler gehört zur Familie der Greifvögel und lebt in Nordamerika in der Nähe großer Gewässer. Er ist ein majestätischer Vogel mit einer Körperlänge von 70 – 90 cm, einer Flügelspannweite bis zu 2,50 m und einem Gewicht von drei – sechs kg. Zum Brüten baut er riesige Nester, die jedes Jahr erweitert werden und bis zu vier Tonnen wiegen können. Die Ernährung besteht hauptsächlich aus Fischen, aber auch aus Aas und Beutetieren, die er kleineren Raubvögeln entreißt. Er ist monogam, scheu und empfindlich gegen menschliche Aktivitäten. Durch menschliche Verfolgung, Stromleitungen und die Empfindlichkeit auf das Pestizid DDT hat sich der Bestand von Weißkopfseeadlern im letzten Jahrhundert stark reduziert, aber seit 1980 nimmt die Anzahl durch gesetzliche Schutzmaßnahmen wieder zu.

In der Mythologie der Indianer ist er ein Vogel von großer Kraft und Weisheit, einer, der magische Türen öffnen kann und jemandem dazu verhelfen kann, mit dem großen Geist zu kommunizieren. Als Zeichen von Stärke und Macht ist er der Wappenvogel der USA, in den linken Fängen hält er ein Bündel Pfeile (als Symbol des Krieges), in den rechten einen Olivenzweig (als Symbol des Friedens). Diese Dualität zeigt sich auch im Arzneimittelbild.

Allgemeines

Haliae-lc war eines der ersten geprüften Vogelmittel (1996 von Jeremy Sherr). Ein zentrales Thema ist wie bei allen Vogelmitteln die Freiheit, Pathologien können durch Einschränkung derselben durch äußere Einflüsse entstehen. Außerdem entstehen Pathologien oft durch Verletzungen oder das Gefühl verletzt zu sein. Es gibt ein Bedürfnis, sich über die Schwierigkeiten zu erheben und einen besseren Ort zu finden. Haliae-lc lebt in zwei Welten, der der Realität und der des Traumes, und er muss sich zwischen diesen Welten, die sich nie treffen, nie zusammenkommen, hin- und herbewegen können, um nicht krank zu werden. Das ist ein Unterschied zu Falco peregrinus, der in zwei unvereinbaren Welten zugleich lebt und einen Ausgleich finden muss. Wie alle Vögel fühlt er sich verantwortlich für die Schwachen und Schutzlosen. Er hat geschärfte Sinne, am wichtigsten sind die Augen. Er hat die Fähigkeit, sich über die alltägliche Realität zu erheben und das größere Ganze zu sehen, objektiv, wie ein Beobachter, ein Zeuge. Außerdem verfügt er auch über die Kraft des inneren Sehens.

Charakteristika

zweierlei Gedankengänge, Persönlichkeitsspaltung

Wahnidee, er sei doppelt, Wahnidee, er sei getrennt von der Welt, Wahnidee, es gäbe zwei Sonnen, Wahnidee, er würde fliegen, er sei in Gefahr, er sei gefangen, Wahnidee Visionen, Erscheinungen zu haben

Träume vom Fliegen, vom Reisen, von hohen Wellen, blind zu sein, gefangen zu sein,

Träume, sieht sich selbst von oben, Träume von Zwillingen, Träume Zeuge zu sein

aktiv, ruhelos, nervös, reizbar, Verlangen, schnell Auto zu fahren, gehobene Stimmung

versunken in tiefe Meditation, losgelöst, nachdenklich, Selbstbetrachtung

überempfindlich gegen Geräusche, Berührungen, Sinneseindrücke

Mitleid, mitfühlend, oder hartherzig, Misanthropie

objektiv, vernünftig

tadelt sich selbst, Gedanken an den Tod, geistig verwirrt, verzweifelt

Beschwerden durch Kränkung, durch unterdrückten Zorn

benützt falsche Worte, Gedächtnisschwäche

Augenschmerzen, künstliches Licht <

Akkomodation gestört, Unterschied von rechter und linker Seite, sieht Regenbogenfarben

überscharfes Sehen oder kurzsichtig

Verstopfung von Nase und Nebenhöhlen

Empfindlichkeit von Gaumen und Zahnfleisch, wunder Schmerz

Halsweh, Halsentzündung

Gefühl eines Klumpens im Magen, ständiger Appetit

Rückenschmerzen wie zerbrochen, Schmerzen und Kälte im Lumbosakralgelenk

Gefühl eines elektrischen Stromes in den Füßen, Prickeln und Taubheit der Extremitäten,

Muskelkrämpfe der Arme, Ungeschicklichkeit der Hände, lässt Gegenstände fallen

Gelenkschmerzen in Fingern, Händen, Hüften, Knie und Knöchel

Schlafstörungen durch Gedankentätigkeit und Gemütsbewegungen

Verlangen nach Bergluft, nach Sonne, nach süßen Orangen, nach rohen Speisen

Abneigung gegen Stimulantien

Falco peregrinus

Wanderfalke aus der Familie der Falconidae, Raubvogel

Ausgangsstoff: Blut und Feder eines in Gefangenschaft gehaltenen Falkens

Der Wanderfalke besiedelt fast alle Kontinente. Sie leben in gebirgigen Landschaften und Steilküsten, inzwischen jedoch auch in „Kunstfelsen“ (Hochhäuser) der Städte.

Sie ernähren sich von anderen Vögeln, auf die sie sich in enormem Tempo stürzen. Er ist mit Abstand das schnellste Tier der Welt und soll Geschwindigkeiten zwischen 160 und 320 Km/h erreichen. Eine spezielle Nasenöffnung macht ihm das Atmen trotz dieser Geschwindigkeit möglich. Selbst das Paarungsverhalten findet in der Luft statt: Die Balz beginnt damit, dass die Partner dicht nebeneinander sitzen und bei gutem Wetter zusammen in den Lüften kreisen.

Die Essenz der Vogelmittel

Bei allen Vogelmitteln steht der Wunsch nach Freiheit ganz oben, dementsprechend ist das Problem die Einschränkung dieser Freiheit.

Die zentrale Empfindung ist gefangen sein, eingesperrt sein und der Wunsch frei zu sein. In Prüfungen gab es häufig das Gefühl, unbeteiligt und losgelöst zu sein, wie unter Drogen, desorientiert in Raum und Zeit und starke individuelle und spirituelle Klarheit. Vogelmittel haben die Tendenz, sich über die Realität zu erheben, über den Dingen zu stehen. Sie besitzen eine große Liebe zur Natur und – vor allem die Schwarmvögel – sind hilfsbereit, gruppenorientiert und fürsorglich.

Allgemeinsymptome

Der Stoff, aus dem das homöopathische Mittel Falco peregrino hergestellt ist, kommt von einem domestizierten Falken. Diese Vogelspezies ist bei den Falkner besonders beliebt, weil sie gut zum abrichten sind. Sie gehen eine enge Verbindung zu ihren Trainern ein und sind mutig und intelligent. Auf der einen Seite also die enorme Freiheitsliebe, auf der anderen Seite die Nähe zu ihrem Wärter. Es erinnert an das „Stockholm-Syndrom“, ein psychologisches Phänomen, in dem die Opfer, also die Gefangenen eine große Nähe und Sympathie zu ihren Tätern aufbauen. So kann man auch die Reaktion auf Einschränkung verstehen: einerseits mit heftiger Wut und Aktivität, dann aber auch mit kalter Distanz oder Verinnerlichung und Unterdrückung von Wut.

Der Falke gehört deshalb zu den polaren Mitteln wie Anacardium und Lac caninum. Es gibt viele gegensätzliche Gedanken und Empfindungen, wie zum Beispiel Verlangen nach Einsamkeit mit gleichzeitigem Verlangen zu einer Gruppe zu gehören, Verlangen nach Sex und Ablehnung von Sex, Hunger, aber Essen verursacht Übelkeit, der Wille zur Macht und Dominanz, aber auch zum dominiert werden. Er will seinen gewaltigen Freiheitswillen in der Welt durchsetzen, aber da ist auch der Wunsch nach Anerkennung in der Gruppe, der Wunsch zu gefallen.

Charakteristika

halsstarrig, kalter ärger, Zorn, vor allem wenn er an etwas gehindert wird

kaltherzig, indifferent, gefühllos

innere Distanz zum jeweiligen Geschehen

Resignation, Verzweiflung, innere Isolation

Paralyse mit dem Gefühl gefangen und allein zu sein

Angst die Kontrolle zu verlieren

zwanghaftes Säubern, Ordnen, Organisieren (Krebs-Miasma)

Verlangen nach Musik, Tanzen, Vergnügen

Liebe zu schnellen Autos, wilde Unternehmungen und Abenteuer

soziales Gewissen, die Patienten leiden unter der Welt

Empathie für schwächere soziale Schichten

starke Sexualität, Hang zu Sado-Maso-Techniken

Alkohol- und Drogenabhängigkeit

paralysierende ZNS-Erkrankungen

Anästhesie und Taubheitsgefühle

Kribbeln, Zuckungen, Krämpfe

periphere Neuropathien, Klaustrophobie

Essstörungen, Ekel vor dem Essen

krampfartige und stechende Schmerzen

Einschnürungsgefühle, Gefühl eines straffen Bandes um das betroffene Körperteil

Affinität zu den Augen: zucken, Schmerzen, Photophobie, abwesender Blick

brüchige, dünne Fingernägel

Kältegefühle in allem Körperteilen, manchmal abwechselnd mit Hitze

Ursachen

Missbrauch, Verlassenheit in der Kindheit

Verbesserung

Autofahren, Reisen, in der wilden Natur, am liebsten in felsigen Gegenden, wandern,

wildes und stürmisches Wetter, Wind, Aktivität, tanzen

Verschlechterung

Einschränkung, Enge, geschlossene Räume,in der Gefangenschaft

Tungstenium metallicum

Tung-met. (schwedisch: schweres Metall), Wolfram

Tungstenium ist ein weißglänzendes sprödes Schwermetall mit hoher Härte und Festigkeit. Von allen Metallen besitzt es den höchsten Schmelzpunkt (3410°) und den zweithöchsten Siedepunkt (3555°) nach Rhenium. Verwendung: der Glühdraht in der Glühbirne, Schutzhülle von Atomreaktoren wegen der hohen Hitzeresistenz. Im Zweiten Weltkrieg wurden Wurfgeschosse aus Wolfram von der deutschen Wehrmacht eingesetzt.

Im Periodensystem der Elemente gehört Tungstenium (W) zur Goldserie mit dem Thema Macht, Verantwortung, Führung und es befindet sich in der sechsten Reihe, also im Stadium von Mut, Herausforderung, Tapferkeit

Charakteristika

Das Hauptthema von Tungstenium ist die Herausforderung, die trotz Gefahr angenommen wird (Rubrik: „Furchtlos trotz Gefahr“). Patienten, die dieses Mittel repräsentieren, sind voll und ganz verantwortlich, sie übernehmen gerne Führungspositionen, sie können Entscheidungen treffen und sie haben organisatorische und strategische Fähigkeiten. Sie fühlen sich wichtig, gar aristokratisch, geben aber nicht damit an. Oft findet man wie beim Gold selber auch eine tief verwurzelte Religiosität.

Tungstenium ist zudem ein wertvolles Mittel bei Schlaflosigkeit und Angst vor dem Feuer.

Allgemeinsymptome

Verlangen nach Aktivität

Destruktivität und Zerstörungswut

unempfindlich gegen Schmerzen

starke Beziehung zu Hunden „animalische Wut, möchte beißen und kämpfen“

empfindlich gegen Farbe, Geräusche und Licht – Photophobie

Schwäche, Nervosität und Ruhelosigkeit

Gefühl voll, schwer, aufgeblasen zu sein

Rucken, Zucken, Zittern

geistig verwirrt, vergesslich

Wahnidee, er sei getrennt, er sei groß gewachsen, er würde schweben

sehr warme Körpertemperatur, Tendenz zu hohem Fieber und Hitze

Kinder haben großes Interesse an Licht, Elektrizität, Kabeln, Steckdosen

Schwindel

Kopfschmerzen – drückend, dumpf und schießend, über dem rechten Auge

kalter Schweiß auf der Stirn

Sinusitis mit geschwollenem Gesicht

wässriger Fließschnupfen

wunder und schmerzender Hals

Augenbeschwerden – Akkomodationsstörungen, überempfindliches sehen,

Entzündungen, Glaukom

Herzbeschwerden, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Arteriosklerose

Magenbeschwerden – Auftreibung, Schmerz nach dem Essen, besser durch Aufstoßen

Übelkeit durch den Geruch von Speisen

Probleme mit Hoden Eierstöcken – Entzündungen, Krebs, Orchitis, Steriliät, Amenorrhö

Knochenbeschwerden, Nekrosen, Entzündungen

Essensverlangen: Alkohol, Bananen, Brot, Kaffee, kalte Getränke, Lakritze, Mehlspeisen, Teigwaren, Obst, Salz und Süßigkeiten

Träume: von Hunden, Explosion, Feuer, Geheimnisse, gehen durch alte Ruinen, Kämpfe, Kriege

Besserung

Druck, Bewegung, Aktivität, im Freien, kalte Getränke, kaltes Wasser, Reiben

Verschlechterung

Dunkelheit, künstliches Licht, während Menses, Nüchternheit, Alkohol, Äpfel, Fett, Orangen,

Berührung, sitzen, Tabak, heißes Bad, bewölktes oder nasses Wetter, Wind, Sturm

nach Mitternacht, vor allem um fünf Uhr morgens