Lobelia inflata

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Lobelia inflata

Bei Lobelia inflata, dem Indianertabak, handelt es sich um eine einjährige giftige Pflanze, die dem echten Tabak sehr ähnlich sieht, aber botanisch nicht mit dem Tabak verwandt ist. Sie stammt aus Nordamerika und wird bis zu einem Meter hoch. Die enthaltenen Alkaloide beeinflussen über das vegetative Nervensystem vor allem die Atmung und die Verdauung. Bei Überdosierung kommt es zur Reizung der Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt und in den Atemwegen.

Als Homöopathikum wird Lobelia inflata eingestezt bei:

– Atemwegsproblemen

  • chronisches Asthma
  • Psychisch bedingter Atemnot (Hyperventilation)
  • Engegefühl in Brust- und Bauchbereich
  • krampfartigem Husten
  • Trockenem Husten, Reizhusten

  • Hyperventilation
  • Atemnot, Kurzatmigkeit
  • Gefühl eines Kloßes im Kehlkopf, welches das Schlucken verhindert

– Übelkeit/Magenbeschwerden

 

  • akute Übelkeit mit Erbrechen, kaltem Schweiß und Schwindelanfällen
  • Schwangerschaftsübelkeit mit Erbrechen
  • Zigarettenrauch und unangenehme Gerüche lösen Erbrechen aus
  • Nikotinentzugserscheinungen (Nervosität)
  • Speichelfuss, zäher Schleim -> Räuspern, weißlich belegte Zunge, metallischer Geschmack
  • Sodbrennen und Magendruck
  • Magenübersäuerung
  • Magenkrämpfe

– Kopfschmerzen mit Schwindel und Druck auf der oberen Hälfte der Augäpfel

– Schweißausbrüchen, Schwitzen

 

Patienten, die Lobelia inflata benötigen, sind nervös und ängstlich (hypochondrisch, Angst vor Krankheit) bis zur Hysterie.

Modalitäten

Verbesserung

  • Trinken von geringen Mengen Wasser
  • Wärme

Verschlimmerung

  • Kälte
  • am Morgen
  • Alkohol
  • Tabak
  • Bewegung
  • Zigarettenrauch und unangenehme Gerüche

 

 

Quebracho

Quebracho

Rinde des weißen Quebrachobaumes, Aspidosperma, Quebracho Blanco

tuberkulinisches Miasma

Der Quebrachobaum gehört zur Familie der Apocynaceae (Hundsgiftgewächse). Er ähnelt der Trauerweide, ist in Südamerika beheimatet, mittelgroß und in Argentinien bildet er ausgedehnte Wälder. Das homöopathische Mittel wird aus der bitteren und dicken, rauen Rinde gewonnen.

 

Verwendung in der Volksheilkunde

In der Rinde des Baumes sind ca. 1% Alkaloide enthalten, wie Yohimbin – als Aphrodisiaka bekannt – und Aspidospermin. Bei den Indianern in Argentinien galt die Quebrachorinde als Mittel gegen Malaria, auch gegen sonstige fieberhafte Erkrankungen, als Lungenheilmittel und zur allgemeinen Stärkung. Auch in Deutschland wird sie in der Phytotherapie als Heilmittel gegen Asthma, Emphysem, spastische Bronchitis und Staublunge eingesetzt.

 

Allgemeines über Bäume

Bäume und Wald haben seit jeher eine tiefe Bedeutung für den Menschen. Bäume sind Metapher für Entwicklung und Wachstum und sie stehen für Kraft, Energie, Alter und Ewigkeit. Ihre Wurzeln sind mit der nährenden Erde verbunden und die Krone strebt zum Licht des Himmels, so werden sie in der Mythologie als Mittler zwischen den Welten gesehen. Bäume sind solidarische Wesen, sie helfen sich gegenseitig und können miteinander kommunizieren.

 

Charakteristika

Vergiftungssymptome: Speichelfluss, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Krämpfe und Lähmund der quergestreiften Muskulatur

 

Repertorium

Atmung: Asthma, asthmatische Atmung (durch Herzbeschwerden)/Atemnot, Dyspnoe, erschwertes Atmen (bei Emphysem)

Brust: Atmung schlechter durch Tabakrauch

Brust: Emphysem

Fieber: Hitze im allgemeinen

Blase: Urämie

 

Sehr wertvoll ist Quebracho bei kardialem Asthma, Dyspnoe, spastischer Bronchitis, nächtlicher Atemnot und sehr wirkungsvoll bei Patienten, die Herzschwäche und eine Lungenkrankheit, wie z.B. COPD haben.

 

 

Justicia adhatoda

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Justicia adhatoda

Synonym: Indisches Lungenkraut, Adhatoda vasica, indischer Nussbaum, Malabarnuss. Familie der Acanthaceae (lippenblütlerähnlich)

Das indische Lungenkraut ist ein schöner, bis zu 2,5 Meter hoher Strauch, dessen Blätter aussehen, als wären sie mit Samt überzogen. Die Pflanze ist nicht winterhart, überlebt aber gerne auf der Fensterbank oder im Wintergarten. Ihre Anwendung ist sehr vielfältig. Man verwendet sowohl die frischen Blätter als auch Tinkturen sowie homöopathische Potenzen.

Ayurvedische Anwendung
In der Ayurvedischen Heilkunst ist das indische Lungenkraut bereits seit 3000 Jahren bekannt. Der Homöopath Blackwood schreibt über die Pflanze als Heilmittel:
„Dies ist eine der ältesten Arzneien in Indien, die in der Ayurveda äußerst geschätzt wird. Sein Anwendungsgebiet ist bei Erkältungen, Schnupfen, Husten jeglicher Art, Erbrechen, Bronchitis, Pneumonie, Tuberkulose, Blutspucken, Fieber, Appetitlosigkeit und Verstopfung. Bei diesen Beschwerden verwendeten es die früheren Ärzte“.
Da die Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze die Eigenschaft besitzen, Bronchien erweitern zu können, setzt man sie bei allen akuten Atemwegserkrankungen bis hin zu Asthma ein.

Pflanzliche Anwendung als Urtinktur
Urtinkturen werden im Allgemeinen zur Stärkung bestimmter Organsysteme eingesetzt (organotrope Anwendung). Die Urtinktur des indischen Lungenkrauts verwendet man, wie der Name schon verrät, zur Stärkung der Lunge.
Oft müssen die betroffenen Patienten nach einem grippalen Infekt häufig hüsteln, oder sie leiden noch unter Atemnot, bei Anstrengung oder beim Treppensteigen. In solchen Fällen kann die Heilpflanze ihre Wirkung entfalten.
Anwendung: dreimal täglich 8-10 Tropfen.
Eine gute Bezugsquelle ist beispielsweise: www.urdrogerie.de

Homöopathische Anwendung
Homöopathisch ordnet man den indischen Nussbaum wohl zwischen Allium cepa und Euphrasia ein, da sich die Symptome ähnlich zeigen. Auch lassen sich Vergleiche mit Cinnabaris, Jodum, Rumex, Spongia, Sticta und Sulfur anstellen.
Bei akuten Infekten
Der Kopf ist heiß, voll und schwer. Der Patient ist reizbar und empfindlich gegen äußere Eindrücke. Es besteht Tränenfluss beim Schnupfen, der reichlich fließt. Bisweilen wird der Infekt von häufigen Niesattacken begleitet.
Auffallend ist der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns.
Der innere Hals wird als trocken empfunden, er schmerzt beim Schlucken. Es findet sich ein zäher Schleim im Rachen. Der Mund ist oft trocken. Der Kehlkopf ist schmerzhaft, die Patienten sind häufig heiser. Im Bereich der Bronchien wird ein trockener Husten beschrieben, begleitet von erstickender Verstopfung der Atemwege. Husten und Niesen wechseln sich ab. Bisweilen besteht schwere Atemnot mit der Empfindung, „als wäre die Brust zu eng“. Auch bei Keuchhusten ist die Arznei indiziert. Die Symptome verschlechtern sich in geschlossenen warmen Räumen.
Allergien
Justicia adhatoda ist eine bewährte Heuschnupfenarznei, wenn sich der Heuschnupfen auf die tieferen Atemwege ausdehnt und eine Brustenge verursacht. Der starke Fließschnupfen ist mir viel Niesen verbunden. Es zeigt sich anfallsartiger Husten mit erstickender Atembeklemmung und Rasselgeräuschen auf der Lunge.
Die Beschwerden verschlechtern sich in engen, warmen Räumen. Auch beim Heuschnupfen kommt es zum Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. Zum Einsatz kommen meist niedrigere D-Potenzen in häufigeren Gaben.

Indikationen von Justicia adhatoda

Rhinitis
Sinusitis
Laryngitis
Bronchitis
Asthma bronchiale
Keuchhusten
Heuschnupfen
Leitsymptome von Justicia adhatoda

Niesanfälle bei Fließschnupfen mit Tränenfluß und Husten
Heiserkeit
Schleimrasseln
Erstickende Hustenanfälle
Erbrechen beim Husten
Zäh-gelblicher Auswurf

Modalitäten von Justicia adhatoda

Verschlimmerung: bei Nacht, in geschlossenen

Phosphoricum acidum

            Cola enthält Phosphorsäure

Allgemein:

Schwäche/Erschöpfung, meist erst geistig, dann körperlich

blass, Kälte mit innerem Frieren, Hitze bei Nacht und reichlich Schweiß

Gemüt:

Apathie, Gleichgültigkeit, schlechtes Gedächtnis, Verwendung falscher Worte, fühlt sich schnell überfordert, Bedürfnis nach Zuwendung

Kopf:

Schwindel (eher abends, im Stehen/Gehen), Kopfschmerz/Druck auf Scheitel, Schulkopfschmerzen, vorzeitiges Ergrauen, Haarausfall

Magen/Abdomen:

Sodbrennen/saures Aufstoßen, Druck auf den Magen, Übelkeit, Schmerzen in der Nabelgegend, Auftreibung, Kollern, Diarrhö (ohne Schmerzen und nicht schwächend) Verlangen nach saftigen, frischen Dingen, ausgeprägter Durst auf kalte Milch

Rücken/Extremitäten:

Schmerz in Rücken und Gliedern, wie zerschlagen, reißende Schmerzen in Gelenken und Knochen, Wachstumsschmerzen

 

Atemwege:

trockener Husten, Schmerzen und Schwäche in der Brust besonders beim Sprechen, Atmmung schwierig durch einengendes, bedrückendes Gefühl in der Brust

 

Haut:

blass, Kälte mit innerem Frieren, Hitze bei Nacht und reichlich Schweiß

Causa:

Anstrengung (vor allem geistige), akuten Krankheiten, Exzesse, lang währender Kummer, schnelles Wachsen, Verlust an Körperflüssigkeiten, z.B. durch Diarrhoe, Blutungen, Erbrechen, Samenergüsse, Stillen

Modalitäten:

besser durch:

  • Wärme
  • kurzen Schlaf
  • Bewegung

schlechter durch:

  • Säfteverlust
  • seelischer Schock
  • Kränkung
  • Kummer
  • Heimweh
  • Kälte
  • Anstrengung
  • zehrende Erkrankungen
  • abends/nachts
  • Musik und laute Geräusche

Muriaticum Acidum

C: ThougthCo/Nusha Ashjaee

Mur-ac.  wird auch Acidum hydrochloricum, Chlorwasserstoffsäure oder Salzsäure genannt und ist eine wässrige Lösung von gasförmigem Chlorwasserstoff, sie ist klar, farblos bis gelblich mit scharfem Geruch und stark ätzend, löslich in Wasser und Alkohol, aber unlöslich in Kohlenwasserstoffen.  Die Affinität von Chlor und Wasserstoff ist so stark, dass Chlor den Wasserstoff aus seinen Verbindungen, zB aus Wasser lösen kann und dabei Sauerstoff freisetzt. Salzsäure kommt in der Natur in Vulkangasen und verdünnt in Kraterseen vor, außerdem im Magensaft von Menschen und Wirbeltieren (0,1 bis 0,5 %ig). Sie ist eine wichtige Grundchemikalie in der chemischen Industrie und wird bei der Produktion von vielen Alltagsgegenständen (Kunststoffe, Farbstoffe, Pharmazeutika, Reinigungs- und Düngemittel) und in der  in der Metall- und Lebensmittelverarbeitung  verwendet. Als Lebensmittelzusatzstoff hat sie die Bezeichnung E507. Wegen ihrer Ätzkraft ist sie ein tödliches Gift beim Einatmen oder Verschlucken

 

Grundsätzliches

Homöopathisch muss man vor allem dann an Muriaticum acidum denken, wenn eine hochgradige Schwäche während oder nach einer langwierigen fieberhaften Erkrankung vorliegt. Der Grund dieser Schwäche kann auch eine unglückliche Lebenssituation sein, in der man sich bis zur Erschöpfung verausgabt um zu überleben, obwohl man völlig überfordert ist. Man opfert sich für andere und trägt die Last der Welt alleine auf den Schultern, aber innerlich, eventuell auch unbewusst, hätte man gerne viel Aufmerksamkeit von den anderen, besonders von der Mutter.

Nach Scholten besteht Muriaticum acidum aus der Säurekomponente mit dem Wunsch nach Einheit und Symbiose und der Chlor-Komponente mit dem Leiden an einer problematischen Mutter-Kind Beziehung oder einer zerbrochenen Liebesbeziehung, aber auch dem Verlangen nach Aufmerksamkeit, Einzelgängertum und antisozialem Verhalten. Nach Dr. Didier Grandgeorge ist es oft nach dem Tod der Mutter indiziert.

 

Charakteristika

Reserviert, traurig, schweigsam, missmutig, gereizt, stilles Leiden oder Murmeln, Murren, lautes Stöhnen

Schnell erschöpft, aber ernsthaft und fleißig

Umsorgt andere

Unzufrieden mit sich selbst, es ist nie genug

Extreme Schwäche, rutscht im Bett abwärts, der Unterkiefer fällt herab, sobald er sich hinsetzt, fallen die Augen zu, er schläft 18-20 Stunden am Tag, Muskelschwäche, Kollapszustände

Anhaltendes Fieber, akut und chronisch, mit Schwäche und Diarrhöe, Schmerzen verursachen Ruhelosigkeit

Schwächegefühl im Magen von 10h bis abends, der Magen verträgt und verdaut keine Speisen, Magengeschwüre, saurer Reflux, brennende Schmerzen

Die Schwäche kann auch an isolierten Stellen auftreten, vor allem in den Sphinktern von Blase oder Rektum, mit hervortretenden Hämorrhoiden oder Rektumprolaps beim Stuhlgang,  unfreiwilliger Stuhlgang beim Urinieren oder beim Windabgang, schwierige Stühle durch Inaktivität des Darmes, muss lange warten bis der Urin fließt oder muss so stark pressen, dass der Anus hervortritt

Bläuliche Farbe von Körperteilen wie Zunge oder Hämorrhoiden

Brennen und Wundheitsgefühl, dünne scharfe faulige Absonderungen

Schwindel mit Übelkeit und Leberbeschwerden

Aphtöse Stomatitis, Herpes labialis, trockene blutende rissige geschwürige Schleimhäute

Starker Schweiss beim Umdrehen im Bett von der linken auf die rechte Seite

Abneigung gegen Fleisch und Bier, Verlangen nach Alkohol

 

Modalitäten

Schlimmer durch Berührung , nasses Wetter, Gehen, Sitzen, Baden, kalte Getränke, durch die menschliche Stimme, vor Mitternacht, nach dem Schlaf, beim Schwitzen, während der Menses, während der Harnentleerung, Diarrhöe schlechter nach dem Essen

Besser durch Bewegung, Wärme, Linksseitenlage, Entblößen bei Fieber, Trinken

 

 

 

 

 

 

 

Epstein-Barr-Virus EBV Nosode

Allgemeines

Das Virus wurde 1964 von Michael Epstein und Yvonne M. Barr entdeckt, und zwar  in den  B-Lymphozyten eines Patienten mit Burkitt-Lymphom, einem malignem Lymphom des lymphatischen Gewebes. Es ist ein doppelsträngiges DNA-Virus aus der Familie der Herpesviren und wird auch Humanes Herpes-Virus 4 (HHV 4) genannt . Es gibt ca. 60 Unterarten und wird durch Tröpfchen übertragen.

EBV ist weltweit verbreitet und hat eine sehr hohe Durchseuchungsrate (über 90% der 30jährigen), sie beginnt im Kindesalter meist symptomlos und hat bei manchen Menschen einen akut infektiösen Gipfel im jugendlichen Alter ( als Mononukleose, Pfeiffersches Drüsenfieber oder Kissing Disease ), mit den typischen Symptomen von Fieberschüben, Mandelbelägen, Lymphknotenschwellungen, Leber- und Milzschwellung und einer extremen Schwäche. Häufig fühlt man sich danach über Wochen und Monate müde, schwach und depressiv. Bei der akuten Infektion steigen die IgM- Antikörper an, später die lebenslang nachweisbaren IgG- Antikörper.

Die Erreger bleiben lebenslang im Körper und können auch nach Jahren der Symptomfreiheit durch Stressbelastungen körperlicher und auch emotionaler Art wieder aktiv werden. Auch Faktoren wie Schwermetalle, Pestizide und andere Umweltgifte, Schimmelpilzbefall, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, zu häufige Antibiotikagaben und Impfungen, Elektrosmog und Mobilfunkstrahlung können dazu beitragen, dass das Immunsystem geschwächt und das Virus reaktiviert wird.  Bei einer Reaktivierung steigen im Blut die Early Antikörper(EA) an. Die Erhöhung der Antinukleären Antikörper(EBNA) weist auf eine chronische Immunbelastung hin. Allerdings schließen negative Laborbefunde eine chronische Verlaufsform nicht aus.

Bei der chronischen Verlaufsform ( CFS = Chronic Fatigue Syndrom, chron. Erschöpfungssydrom mit Labornachweis EBV) können neben Müdigkeit, Schwäche und Konzentrationsstörungen  auch Kopfschmerzen und Schwindel, Schlafstörungen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Missempfindungen an den peripheren Nerven sowie Stoffwechsel- und Hormonstörungen auftreten. Durch die Immunschwäche sind Zweitinfektionen mit Viren und Bakterien häufig.

Während der Phase, in der sich der Körper mit dem EBV auseinandersetzen muss, kann es zu Immunfehlreaktionen kommen, die zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen (zB Rheuma und Kollagenosen, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Thyreoiditis Hashimoto, MS und ALS) beitragen können. Außerdem zählt das EBV zu den onkogenen Viren und wird mit Leukämie, Non-Hodgin Krankheit und Lymphom (siehe oben) in Verbindung gebracht, es gibt Studien, dass gewisse Proteinbestandteile des EBV die Krebsentstehung antreiben.

Homöopathie

In der homöopathischen Behandlung hat es sich bewährt, bei Vorliegen von chronischer Erschöpfung, Schwäche und Müdigkeit begleitend zu einem passenden homöopathischen Mittel die EBV Nosode zu verabreichen, insbesondere dann, wenn es in der Vergangenheit eine Infektion mit dem EBV gab oder die Laborwerte deutlich erhöht sind.

 

 

Picricum acidum

Picricum acidum (Picrinicum acidum, Piconitricum acidum, Pikrinsäure)

Allgemeines

Pikrinsäure besteht aus blassgelben, geruchlosen und sehr bitteren Kristallen, die bei 122 Grad Celsius schmelzen und bei über 300 Grad Celsius explodieren, sie ist eng mit dem hochexplosiven Sprengstoff TNT verwandt und wird zur Herstellung von Sprengstoffen, Streichhölzern, farbigem Glas und in der Leder-und Textilindustrie verwendet.

In homöopathischer Anwendung wirkt sie vor allem auf Nerven, Gehirn, Rückenmark, Nieren und die Sexualorgane. Wie andere Säuren ist Picricum acidum ein Mittel bei Schwäche und Zusammenbruch, die Ursache ist oftmals geistige Überanstrengung (zB bei Studenten vor Prüfungen) oder übermäßige intellektuelle Arbeit und berufliche Überlastung.

Charakteristika

Geist stumpf, unfähig sich zu konzentrieren, unfähig, geistig zu arbeiten, unfähig zu reden und zu denken, unfähig sich einem Projekt zu widmen, Gedächtnisschwäche, Verwirrung

geistige Ermüdung, Mangel an Willenskraft, Abneigung gegen Arbeit

Furcht vor dem Versagen bei einer Prüfung

Alles wird schlimmer durch geistige Überanstrengung (Schwäche, Kopfschmerz, Rückenschmerz) und bessert sich durch Ruhe, Hinlegen und Schlaf

Körperlich und geistig ausgelaugt, Kachexie, progressive perniziöse Anämie, Erschöpfung, Muskelschwäche und Schmerz im Rücken, brennender Schmerz in der Wirbelsäule, Taubheitsgefühle, Ameisenlaufen und Schwäche der unteren Extremitäten (als ob man Stützstrümpfe trägt)

Urämie mit Anurie, fahler Teint, Degeneration des Rückenmarks mit Paralyse, Myelitis mit Spasmen und Erschöpfung, aufsteigende Lähmung

Kopfschmerzen, Stirn und Hinterkopf, ev. berstend, ev. dumpf, schlechter bei jedem Versuch zu geistiger Anstrengung, besser durch festes Einbandagieren und Nasenbluten

Kleine Furunkel, am Hals, in der Nase und in den Ohren, Ohrgeräusche und Schwindel

Leber voller Fettkügelchen, Stechen in der Lebergegend , Neigung zu Ikterus mit Juckreiz, plötzliches hellgelbes bitteres Erbrechen

Enge der Brust, wie eingeschnürt von einem Band, Taubheitsgefühl im unteren Bereich des Sternums

Gesteigertes sexuelles Verlangen, beständige oder störende Erektionen, Priapismus

Extreme Erschöpfung bei der Menstruation, Leukorrhoe vor der Menses, Pruritus vulvae

Schläfrig tagsüber und schlaflos nachts, Schläfrigkeit, unerfrischender Schlaf

Vermehrter Appetit, dann fehlend, zum Frühstück, mittags. Großer Durst auf kaltes Wasser, bitterer Geschmack

Früher auch bei Verbrennungen äußerlich verwendet

Modalitäten

Besser durch kalte Luft, kaltes Wasser, Sonne, fester Druck, Einbandagieren, Ruhe

Schlechter durch die geringste geistige Anstrengung, Ermüdung, Studieren, Schock, nach Schlaf, Samenverlust, nassem Wetter, heißem Wetter

Chininum arsenicosum

 

Chininum arsenicosum (Chin-a.)

 

Chininarsenit= verwendet wird ein Chinin-Arsen(III)-Oxid-Gemisch. Chininum ars. verbindet viele seiner beiden Komponenten China officinales und Arsenicum album, hat jedoch ein eigenes sehr potentes Wirkspektrum.

Allgemeines

Patienten, die dieses Mittel benötigen, leiden meistens unter sehr großer Schwäche, Erschöpfung und Mattigkeit. Es eignet sich gut als Homöopathikum bei Beschwerden während Chemotherapie und in der Rekonvaleszensphase nach fieberhaften Erkrankungen und nach Operationen.

Auslösende Faktoren sind außerdem Malaria (Durchfall, Appetitlosigkeit, Schwäche, Kopfschmerzen), Genuss von Eiern (Durchfall), sexuelle Exzesse, Verlust von Flüssigkeiten (nach Durchfall, starken Blutungen, Erbrechen) und auch rauchen kann einen Zustand von Schwäche hervorrufen, bei der Chininum ars. hilfreich sein kann. Meist gibt es eine deutliche Periodizität, das kann täglich zur gleichen Stunde sein oder auch alle vier oder sechs Tage beispielsweise.

Gemüt

● große Angst um die Gesundheit, Angst vor Krankheiten, v.a. Krebs, die Angst ist abends <

Verlangen alleine zu sein, jedoch sehr unruhig, die Angst treibt umher

Gedächtnisschwäche, vor allem nach Kopfverletzungen

reizbar, krittelig, tadelsüchtig, unzufrieden, misstrauisch

Abneigung gegen Störungen, sehr empfindlich auf Lärm

überempfindlich, idealistisch, künstlerisch

Kopf

Schwindel, Schwindel durch Schwäche und während akuten Erkrankungen

Kopfschmerzen in Stirn und Hinterkopf, heftige stechende Schmerzen im Kopf

brennender heißer Tränenfluss, Photophobie

gelber dicker Zungenbelag, Appetitlosigkeit

Hals

Halsweh mit wundem Gefühl

Hyperthyreose (Herzklopfen, Tachykardie, Schweiße, Kachexie, erhöhter Stoffwechsel

Magen

Durchfall durch Eier oder nach Fisch

Sodbrennen mit saurem Aufstoßen

Anorexia nervosa

Herz/Atemwege

Angina pectoris, Herzasthma mit Ödemen und kalten Extremitäten

Gefühl, als ob das Herz aufhören würde zu schlagen

Atemnot mit Engegefühl, Lufthunger, Dyspneu bei Anstrengung

Bewegungsapparat

Kalte Hände, Füße und Knie

Schwäche der unteren Extremitäten, Taubheitsgefühl in den Beinen

Fieber

periodisches Fieber, jeden Tag oder zweiten um die gleiche Zeit

reichliche erschöpfende Schweiße

Hitze ohne Durst

Nahrung

Abneigung gegen Fleisch,kalte Getränke, fette Speisen und Wasser

Verlangen nach sauren und süßen Speisen, Wein

Modalitäten

Verschlimmerung durch Obst, Brot, Eier und Fisch, vormittags, Bewegung, nach oben schauen (Kopfschmerzen), hinaufgehen (Atemnot), an seine Beschwerden denken

Besserung durch alleine sein, aufrecht sitzen, im Freien, am offenen Fenster, Essen

 

 

 

 

 

 

 

 

Rhus Toxicodendron

Rhus toxicodendron (Giftsumach, Giftefeu)

 

Allgemeines

Rhus tox. gehört zur Pflanzenfamilie der Anacardiaceae, einer Pflanzenfamilie mit 76 Gattungen von Bäumen, Sträuchern und Lianen im (sub)tropischen, aber auch im gemäßigtem Raum. Die Gattung Rhus oder Sumach umfasst 200 Arten von Bäumen, Sträuchern und Lianen, die teils giftig und teils ungiftig sind und für die Gewinnung von Farbstoffen, Lacken, Gerbstoffen und als Zierpflanzen verwendet werden. Der Giftsumach wächst entweder als Strauch bis zu einer Wuchshöhe von 1m oder als Kletterpflanze mit Luftwurzeln bis zu 30m Höhe. Er enthält die allergene Substanz Urushiol, die bei direktem und sogar bei indirektem Kontakt (über Kleidung oder Werkzeug) eine juckende Dermatitis auslöst.

Rhus tox ist ein wichtiges Polychrest für beinahe alle Organsysteme, einen besonders starken Einfluss hat es auf Gelenke, Muskeln und Sehnen, sowie auf Nerven und auf die Haut.

 

Charakteristika

Ruhelosigkeit, geistig und körperlich

Reizbarkeit, Ungeduld

Lebhaft, fröhlich und witzig

Abergläubisch, fixe Ideen, zwanghaftes Verhalten

Besserung durch Bewegung, kann nicht stillsitzen

Verschlimmerung durch Ruhe, durch Überanstrengung, abends nach den Anstrengungen des Tages, morgens beim Aufstehen

Periodische Beschwerden, eher linksseitige Beschwerden, friert leicht

Verschlimmerung durch nasses, nasskaltes Wetter, durch bewölktes, bedecktes, nebeliges Wetter, durch Zugluft

Besser durch Wärme und warmes oder heißes Baden

 

Steifheit, Morbus Parkinson, Hemiplegie, Schwindel

 

Rückenschmerzen, schlimmer nach Muskelzerrungen, schlimmer in Ruhe, mit Steifigkeit, besser durch Hitze, durch Bewegung, durch harten Druck und Massage,

 

Arthritis, Rheumatismus, schlimmer nachts, morgens, bei feuchtem und kaltem Wetter, vor einem Sturm, nach Anstrengung, besser durch Hitze und Trockenheit, Bursitis, Tendinitis, Zerrungen

 

Hautausschläge an der Nasenspitze, Fieberbläschen an den Lippen, Entzündung der Augenlider, Herpes genitalis, Herpes zoster, Ekzem mit kleinen Blasen, Juckreiz, der durch heißes Wasser besser wird

 

Rote Zungenspitze oder rotes Dreieck auf der Zunge, Pharyngitis, Laryngitis

 

Asthma in Verbindung mit einem Ekzem oder durch Unterdrückung eines Ekzems, Husten, Bronchitis

 

Angina pectoris, schlimmer durch Anstrengung, breitet sich zum linken Arm aus

 

Ruheloser Schlaf, muss sich fortwährend drehen, kann keine bequeme Lage finden

 

Verlangen nach kalter Milch, kalten Getränken, durstig, trinkt in kleinen Schlucken, Verlangen nach Käse und Süßigkeiten

 

Modalitäten

 

Besser: Bewegung, fortgesetzte Bewegung, Strecken der Glieder, Lagewechsel, Gehen, Hitze, heißes Bad, warmes Einhüllen, warme Umschläge, warmes Wetter

Schlechter: Kälte, Feuchtigkeit, nasses, regnerisches Wetter, vor einem Unwetter, nach Regen, nach Einwirkung von Nässe, Kälte, Zugluft, Frieren bei Erhitzung oder Schweiß, Beginn der Bewegung, Überanstrengung , Ruhe, Heben einer Last, langes Sitzen, Aufstehen aus dem Bett oder aus einem Stuhl, nachts, im Schlaf. Schlechter auf der Seite, auf der man liegt.

 

 

Hydrogenium

Hydrogenium (Wasserstoff)

Wasserstoff ist ein chemisches Element mit dem Symbol H und der Ordnungszahl Eins. Es ist ein unsichtbares und extrem leicht brennbares Gas. Der Name stammt aus dem lateinischen Begriff hydrogenium = Wassererzeuger; im griechischen setzt es sich aus dem Wortstamm hydro = Wasser und genes = bildend, zusammen. Wasserstoff ist das erste physikalische Element der Schöpfung und das erste Element des Periodensystems. Von allen Elementen hat es die einfachste atomare Struktur, da es aus einem einzelnen Proton und einem einzelnen Elektron besteht. Im Universum ist Wasserstoff das am häufigsten vorkommende Element. Schätzungen gehen davon aus, dass Wasserstoff über 90% aller Atome und ¾ der Masse des Universums ausmachen. In Sonne und Sternen ist es hingegen ein Basiselement und liefert mittels Kernfusion Energie in der Sonne. Auf der Erde kommt Wasserstoff nicht frei vor. Er ist Bestandteil des Wassers und fast aller organischen Verbindungen und kommt in sämtlichen lebenden Organismen vor. Wasserstoff bildet etwa 0,76% der Erdkruste und rangiert bezüglich der Häufigkeit des Vorkommens auf der Erde an neunter Stelle in der Reihenfolge der Elemente. Der wichtigste natürlich vorkommende Bestandteil von Wasserstoff ist Wasser, der Grundstoff, aus dem das Element entspringt. Freier Wasserstoff ist eine Komponente von aus Vulkanen ausgestoßenen Gasen. Allerdings besteht die Erdatmosphäre zu weniger als einem Millionstel aus Wasserstoff, weil das Gas ständig in das Weltall diffundiert. Für die Industrie ist Wasserstoff besonders als Energieträger von Bedeutung. Sei es beim Schweißen, als Raketentreibstoff, für Wasserstoffverbrennungsmotoren oder in Brennstoffzellen. Wasserstoff soll in absehbarer Zukunft die fossilen Brennstoffe wie Öl oder Gas als Energielieferant ablösen, weil bei dessen Verbrennung vor allem Wasser entsteht und kein Kohlenstoffdioxid und Ruß. Daher kommt Wasserstoff zukünftig eine gewichtige Rolle im Kampf gegen die Erderwärmung und dem Klimawandel zu.

 

Das homöopathische Arzneimittelbild von Hydrogenium

In der Arzneimittellehre von Jan Scholten ist das Hauptthema von Hydrogenium das Bedürfnis von Einheit, das Zusammenfügen und Ineinanderfließen der losen Teile. Sie können das Bedürfnis haben, die Welt als eine Einheit zu erleben, die Welt als Ganzes zu sehen, als ein unteilbares Ganzes ohne Unterschiede mit einem tiefen Einheitserlebnis. Daher haben Mystik und Buddhismus oder überhaupt Religionen eine gewisse Anziehungskraft auf diese Menschen. Ganz und gar eins sein wollen, total und ewig und ganz, eine Wahrheit, echt wahr, und raum- und zeitlos. Verlieren sie dieses Gefühl der Einheit, breitet sich das Gefühl der Isolation aus. Sie fühlen sich von der Welt und von anderen Menschen getrennt und haben die Empfindung, dass diese Trennungen unüberbrückbar sind. Sie fühlen sich einsam und verlassen, abgewiesen und verraten, wie in der Hölle. Auch Körper und Seele sind wie voneinander getrennt. Dies kann zu einem extremen schon psychotischen Zustand führen, wo die Unterscheidung zwischen dem eigenen Ich und dem Anderen nicht mehr möglich ist. Wahnvorstellungen von der Welt getrennt zu sein, verfolgt, vergiftet oder unwirklich zu sein können auftreten. Ängste vor Unglücken, verrückt zu werden, vor der Hölle, vor dem Tod, der Zukunft oder Krankheit können sich manifestieren. Die Stimmung schwankt von heiter fröhlich bis reizbar verärgert, gewalttätig bis zu Selbstmordneigung.

 

Bei den Allgemeinsymptomen ist eine rechtsseitige Lokalisation der Beschwerden, eine Verschlechterung durch Kälte und Frost zu beobachten. Es besteht ein Verlangen nach Sauerem, Ananas und Marihuana sowie eine Abneigung gegen gewürzte Speisen, warmes Essen und Trinken.

Auf der körperlichen Ebene findet man Aphten am und im Mund, Speichelfluss mit trockenem Mund, Kopfschmerzen mit Hitzegefühl, sowie Durchfall mit viel Gasen, saurem, wässrigen Stuhl, der herausspritzt. Die Schmerzen sind brennend und beißend.

Differenzialdiagnose zu Hydrogenium: Helium, Palladium, Platina, Anhalonium, Cannabis indica